An den Gärten 11
51491 Overath
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Öffnungszeiten:

Mo. - Fr. 08.00 - 19.00 Uhr
Mittagspause: 13.00 - 14.00 Uhr
Sa. 10.00 - 12.00 Uhr




Tierarztsprechzeiten:

Mo. - Fr. 09.00 - 12.00 Uhr und
  15.00 - 19.00 Uhr
Sa. 10.00 - 12.00 Uhr
   
   

 

Brüche (Frakturen) von Ober- und Unterkiefer infolge Traumatisierungen (Verkehrsunfall, schwere Beißereien) können mit Hilfe der verschiedensten Techniken versorgt werden. Invasive Methoden wie Plattenosteosynthese, extracutane Schienung (Becker) und transmandibuläre Schienung werden durch nicht invasive Drahtcerclage, Kunststoffschienungen (Protemp Garant), Kunststoffverblockungen, Parapulpärstift-Kunststoff-Techniken und deren Kombinationen ergänzt.

Bösartige Tumoren der Mundhöhle sind bei Hund und Katze oft der Grund für eine kieferchirurgische Maßnahme. Plattenepithelkarzinome, maligne Melanome, Fibrosarkome und Adenokarzinome sind häufig auftretende Mundhöhlentumoren. Die Frage, um welchen Tumor es sich handelt, kann nur durch eine Bioptatentnahme resp. Feinnadelaspiration mit anschließender histopathologischer und zytologischer Untersuchung beantwortet werden, weil das klinische Erscheinungsbild meist nicht eindeutig ist (z.B. ein malignes Melanom muß nicht schwarz pigmentiert sein). Vor dem Hintergrund dieser Untersuchungen ist eine systematische chirurgische Vorgehensweise und eine bessere Prognosestellung möglich.

     

Da die Mundhöhle von Hund und Katze für den Besitzer oft schlecht einer Untersuchung zugänglich ist, werden Mundhöhlentumoren häufig erst dann bemerkt, wenn bereits ein ausgedehntes Wachstum vorliegt und damit nur noch sehr invasive chirurgische Maßnahmen (Kieferresektion = Entfernen von Teilen oder des gesamten Ober- oder Unterkiefers - Maxillektomie/Mandibulektomie) eine weitere Ausdehnung des Prozesses verhindern können. Die Entfernung o.g. Tumoren hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn der Tumor mit einem Abstand von mindestens ca. 1,5-2 cm im gesunden Gewebe entfernt werden kann.

Vorhandene wichtige anatomische Gegebenheiten im Kopfbereich wie Nerven- und Gefäßverläufe sowie direkte angrenzende Organe (Augenhöhle, Nasenhöhle) müssen selbstverständlich bei einem Eingriff geschont werden und wirken so als limitierender Faktor. Damit macht also nur eine frühzeitige Operation eine vollständige Entfernung des Tumors möglich. Ist Letzteres nicht mehr durchführbar, kann der chirurgische Eingriff durch Bestrahlungen, Chemotherapie und Immuntherapie ergänzt werden, sofern dies sinnvoll erscheint.

Angeborene Defekte wie z.B. die Gaumenspalte (Palatoschisis), die beim Hund häufiger auftritt, können bereits im Welpenalter durch einen kieferchirurgischen Eingriff verschlossen und damit die physiologische Futteraufnahme wieder erreicht werden, so daß eine normale Entwicklung gewährleistet ist.

Verletzungen (z.B. Kinnabrasion) und Tumoren des Gesichtsschädels sind ebenfalls Gegenstand dieses Faches.

Besonderheit FORL:

Die häufig bei Katzen vorkommende FORL-Erkrankung kann in einer Vielzahl von Fällen nach heutigem Erkenntnisstand nur durch vollständige Entfernung sämtlicher Zähne resp. Wurzelreste nachhaltig behandelt werden. Die chirurgische Osteotomie ist hierbei State of the Art. Der Erfolg dieser Operation ist hier abhängig von mehreren Faktoren. Die herkömmliche Art der Extraktion der Zähne ist nach heutigem Erkenntnisstand nicht zielführend und muss als Kunstfehler angesehen werden.

Wesentlich schonender für den Patienten ist die chirurgische Osteotomie, bei der das Zahnfleisch seitlich verlegt wird (Schleimhautflap) und der somit geschaffene Zugang zum Kieferknochen es erlaubt, die einzelnen Wurzeln und insbesondere Wurzelreste schonend und zuverlässig entfernen zu können. Die anschließende Knochenglättung des Kieferknochens und der Alveolenränder ist eine wichtige Voraussetzung für eine komplikationslose, primäre Wundheilung. Das Zahnfleisch sollte unter Entfernung der Entzündungsränder im gesunden Gewebe über dem Kieferknochen vernäht werden. Die nach 10-12 Tagen obligatorisch stattfindende Wundkontrolle unter Entfernung des Nahtmaterials ist ebenfalls als wichtiger Bestandteil des Therapiekonzepts und sollte immer stattfinden.

Die beschriebene Vorgehensweise ist von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die Zahnsanierung von Diabetes-Patienten, weil nur so chronischen Entzündungen nachhaltig zu begegnen ist. Das früher durchgeführte Atomisieren (Ausbohren von Wurzeln und Wurzelresten) muss man nach heutigem Erkenntnisstand als Kunstfehler ansehen, weil es im Ergebnis häufig unsicher ist und nur in Ausnahmefällen von einem erfahrenen Behandler und nur unter nachfolgender Röntgenkontrolle stattfinden darf.

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